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Version vom Januar 1998 VorbemerkungA Laute und Buchstaben1 Schreibung mit ss (Doppel-s) oder ß (Eszett oder Scharf-s):Außerhalb der Schweiz setzt man bei Druckerzeugnissen ß (nach der neuen Regelung). 2 Zusammentreffen dreier gleicher Buchstaben: Man kann hier auch den Bindestrich setzen. Wir empfehlen, von dieser Möglichkeit wie bisher nur in zwei Fällen Gebrauch zu machen: 2. beim Zusammentreffen dreier e bei Nomen (nicht Adjektiven), zum Beispiel: Tee-Ei, Armee-Eigentum; aber: seeerfahren, armeeeigen. Wo alte und neue Wortschreibungen nebeneinander stehen, empfiehlt es sich, nur noch die neuen Varianten zu verwenden: Tollpatsch, Quäntchen, belämmert, verbläuen. Bei uns weiß man, dass Albträume nichts mit den Alpen zu tun haben; wir favorisieren daher die Schreibung mit schwachem b: Albtraum, Albdrücken. In Fällen wie Negligé, Necessaire, Varieté sind auch Varianten zu tolieren, die alle Akzente des Französischen beibehalten, also: Négligé, Nécessaire, Variété. Ähnliches gilt für den Bindestrich in Fällen wie: Hors-d’œuvre, Rendez-vous. Die f-Schreibung ist vorzuziehen, also: Biografie, Geografie, Polygraf, Typografie usw. 7 Wortformen auf -zial und -ziell: Wir empfehlen, wenn immer möglich die z-Schreibung anzuwenden: substanziell (wie schon bisher: finanziell), potenziell (wie schon bisher: tendenziell). In Südtirol schreibt man weiterhin mit gh.
B Getrennt- und Zusammenschreibung1 Ableitungen von Zahlen auf -er:Wir empfehlen, einheitlich zusammenzuschreiben. Beispiel: in den
Sechzigerjahren. (Bei Schreibung in Ziffern mit Bindestrich nach der
Endung: in den 60er-Jahren.)
D Groß- und Kleinschreibung1 Superlative mit aufs:Wir empfehlen, einheitlich großzuschreiben. Beispiel: Wir haben uns aufs Beste unterhalten. 2 Ableitungen von Personennamen auf -sch: Bei diesen Ableitungen handelt es sich um Adjektive. Wir empfehlen,
sie einheitlich nach den Grundregeln klein und ohne Apostroph zu schreiben:
der ohmsche Widerstand, das ohmsche Gesetz.
E Zeichensetzung1 Komma bei und, oder:Die Freigabe des Kommas bei und, oder darf nicht mit dessen Abschaffung verwechselt werden. Redaktion und Korrektorat sollen auch Zukunft von der Möglichkeit Gebrauch machen, zwischen Hauptsätzen, die mit und, oder verbunden sind, ein Komma zu setzen. Zwischen Nebensätzen gleichen Grades, die mit und, oder verbunden sind, wird weiterhin grundsätzlich kein Komma gesetzt. Für die grafische Industrie empfiehlt sich die folgende Unterscheidung:
2. Sonderfall: Die Infinitivgruppe mit zu ist in das Prädikat des übergeordneten Satzes integriert und wird daher nicht mit Komma abgetrennt, zum Beispiel: Er scheint den Schalter zu drehen.
3 Der Apostroph vor der Endung -s
des Genitivs (Wesfalls) wird nur in Firmennamen und dergleichen angewendet,
sofern der Genitiv Bestandteil des Namens ist: Ursi’s Blumenshop.
Aber ohne Apostroph: Ursis wunderschöne Blumen.
F Trennung1 Lateinische Vorsilben:Bei lateinischen Fremdwörtern werden die Vorsilben beachtet in Fällen wie: Ap-plikation, At-tribut, kom-plett, Kon-struktion, In-flation (nicht: App-likation, Att-ribut, komp-lett, Konst-ruktion, Inf-lation). 2 Abtrennung einzelner Vokale: Das Abtrennen einzelner Vokale ist als typografisch falsch anzusehen. Daher nur: Ofen (untrennbar), Abend (untrennbar), Ele-ment; Holz-ofen, Diens-tag-abend, Bau-ele-ment.
© Peter Gallmann und Horst Sitta
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